Tierhomöopathie – Theorie und Praxis

Tierhomöopathie, Foto: © Monika Wisniewska - Fotolia.com Tierheilpraktiker bieten oft auch Tierhomöopathie an. Dabei beziehen sie sich auf die vereinzelten Bemerkungen Hahnemanns zur Anwendbarkeit von Homöopathie bei Tieren. Aber zunächst der Reihe nach, sollte doch erst einmal geklärt werden, was Homöopathie im Detail ist. Das ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die auf den ab 1796 veröffentlichten Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann (1755 -1843) beruht. Die Methode beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“, sodass Krankheiten mit Substanzen behandelt werden, die bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome auslösen würden wie die des Kranken. Um mögliche Arzneimittel auszuwählen, haben Hahnemann und seine Nachfolger Tabellen mit Symptomen erstellt, die von den Krankheitserscheinungen auf sogenannte Arzneimittelbilder schließen lassen. Das sind verschiedene homöopathische Arzneimittel, die durch Potenzierung von Grundsubstanzen hergestellt werden.

Mit homöopathischen Arzneimitteln können auch Tiere behandelt werden, ging doch Hahnemann von einer drittelten Übertragbarkeit aus. Wichtige Erkenntnisse in der Tierhomöopathie erzielte Hans Wolter (Buch „Klinische Homöopathie in der Veterinärmedizin“).

Tierhomöopathie: Die neue EU-Bioverordnung

Tierhomöopathie wird besonders in der ökologischen Landwirtschaft angewandt, da die ökologisch arbeitenden Bauern nur ungern auf chemisch-synthetische Tierarzneimittel zurückgreifen. Auch die neue EU-Bioverordnung, welche seit 2009 für die tierische Erzeugung in der ökologischen Landwirtschaft gilt, enthält folgende Vorschrift zur Behandlung von Tieren: „[…] chemisch-synthetische allopathische Tierarzneimittel einschließlich Antibiotika dürfen […] verwendet werden, wenn die Behandlung mit phytotherapeutischen, homöopathischen und anderen Erzeugnissen ungeeignet ist.“

Ein Kritikpunkt an der Tierhomöopathie ist, dass die Arzneimittelwahl auf der Grundlage von Arzneimittelbildern basiert, die überwiegend von Menschen stammen. Anhänger der Tierhomöopathie verweisen auf die guten Behandlungserfolge bei den Tieren, welche nicht wie oft behauptet auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sind, können doch Tiere schlecht an die Wirkung der Mittel glauben. Noch gibt es keine genauen empirischen Untersuchungen zu den Wirkungen der Tierhomöopathie.

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